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Über Graubünden
Die geplante Skigebietsverbindung mit Lenzerheide
Das geplante Projekt Mit dem Bau von 5 neuen Bahnen und Liften wollen sich
die Bergbahnen von Arosa und Lenzerheide, gemeinsam mit dem benachbarten
Tschiertschen zu einer der größten zusammenhängenden Skiarenen der Schweiz
zusammenschließen. Konkret geplant und, in Werbeprospekten der Lenzerheide
bereits eingezeichnet, sind eine Sesselbahn zwischen der Hörnlihütte im
bestehenden Arosa Skigebiet und dem Urdensee, zwei Sesselbahnen von beiden
Seiten auf das Urdenfürggli sowie, allerdings erst als zweiter Schritt ; eine
Sesselbahn mit zwei Sektionen von Tschiertschen zum Farurer Augstberg. Die
steilen Hänge zwischen Parpaner Schwarzhorn und Farurtal sollen mit einer
Pendelbahn überwunden werden. Damit würden im dann zusammenhängenden
Gesamtgebiet insgesamt 60 Bahnen und Lifte 240 Pistenkilometer erschließen.
Allein die Verbindung Arosas mit der Lenzerheide über das Urdenfürggli und das
obere Urdental würde ungefähr 100 Hektar Gesamtfläche in Anspruch nehmen, wovon
23 Hektar als Pistenfläche vorgesehen sind. Laut Projektplaner Daniel Monsch “
handelt es sich dabei um die kürzeste, attraktivste und geeignetste
Verbindungsmöglichkeit bei kleinstem Flächenbedarf “. Es wären hierbei noch 1,7
Kilometer Strecke zu überwinden.
Die Gesamtfläche der geplanten Anbindung Tschiertschens über das Farurtal
beträgt ca. 150 Hektar, von denen 23 Hektar als Pistenfläche vorgesehen sind.
Das unterste Drittel befindet sich im bestehenden Skigebiet Tschiertschens.
Nach jahrelangen Diskussionen entschied sich die Arosa Gemeindeversammlung in
den achtziger Jahren gegen den Willen der Bergbahnen für den Schutz des
Urdentales und zahlt der dortigen Alpgenossenschaft dafür seither eine jährliche
Entschädigung. Zudem wurde damals in der Gemeindeversammlung eine Bestimmung
verankert, wonach die Erstellung neuer Anlagen der Bergbahnen dem Volk
vorzulegen ist. Hier jedoch wurden von Pronatura Graubünden schon über 600
Unterschriften allein aus der Arosabevölkerung resultierend gesammelt, welche
sich deutlich gegen das geplante Projekt aussprechen. Die betroffenen
Talabschnitte im Farurtal und auch teilweise im Urdental liegen übrigens
komplett auf dem Gemeindegebiet Tschiertschens. Deshalb griffen die Arosa
Bergbahnen den unter chronischem Geldmangel leidenden Skiliften Tschiertschen
mit einem Millionendarlehen unter die Arme, welches nur zurückgezahlt werden
muss, falls die Skiverbindung nicht zustande kommt ( Siegrist, D. :
Winterspuren. Mit Tourenski, Snowboard und zu Fuß unterwegs in bedrohter
Landschaft. Rotpunktverlag Zürich, 1999 ).
Sowohl das Urdental als auch das Farurtal sind Gegenstand des kantonalen
Landschaftsinventars ( Landschaft von regionaler Bedeutung ). Eine Änderung der
Bodennutzung setzt deshalb eine Abwägung im Rahmen der Raumplanung voraus (
Richt - und Nutzungsplanung ). Der vordere Teil des Urdentales ist im Regionalen
Richtplan Schanfigg als Landschaftsschutzgebiet ausgeschieden ( vgl. RB Nr. 2138
vom 7. Dezember 1999 ), die Nutzung des hinteren Teils des Urdentales wurde in
der bisherigen Richtplanung offengelassen. Im Urdental und im Farur sieht das
vorliegende Nutzungs - und Erschließungskonzept sowohl die Skigebietsverbindung
Arosa - Lenzerheide - Tschiertschen als auch Ruhezonen und
Landschaftsschutzzonen vor.
Allerdings regt sich unter vielen Dauergästen, Wohnungsbesitzern und auch
Einheimischen regt sich Wiederstand gegen dieses Projekt, Umweltverbände wie Pro
Natura laufen zusätzlich Sturm gegen dieses Projekt. Von einem bekannten
Züricher Umweltbüro wurde zudem eine Studie erstellt, welche die wirtschaftliche
Rentabilität durchaus in Frage stellt und dies mit Berechnungen, Erhebungen und
Befragungen untermauert. Außerdem würde eine Verbindung mit der Lenzerheide das
Ende der Talendlage bedeuten, welche Arosa unter anderem so einzigartig macht
und deutlich zu dem enormen Erholungswert dieses Ortes beiträgt. Tagesgäste von
der Lenzerheide würde herüberkommen und Arosa noch stärker zu bevölkern, dabei
aber kaum Geld in Arosa selbst auszugeben. Im Sommer wäre eines der schönsten
und beliebtesten Täler zwischen Tschiertschen und Arosa plötzlich mit hässlichen
Liftanlagen verstellt und somit für Wanderer deutlich an Attraktivität
verlieren. Selbstverständlich sind auch die Kosten sehr hoch, die 14 Millionen
Franken müssten vor allem von Arosa aufgebracht werden. Alles in allem ist
dieses Projekt weder finanziell erfolgversprechend, vor allem aber aus
ökologischen Gründen abzulehnen. Zum Glück ist es auch erst mal für einige Jahre
auf Eis gelegt. |
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