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Über Graubünden
Das Besondere an Arosa
Vor allem besitzt Arosa noch viele unversiegelte und ursprüngliche
Landschaftsteile, mit einem hohen Grad an landschaftlichem Wert. Malerische
Bergseen und Wanderwege auf leichte Gipfel und Passübergänge, ein hohes Maß an
Bewaldung im Ortskern sorgen für ein Landschaftsbild, welches seinesgleichen
sucht. Auch im Winter bilden die verschneiten Gipfel eine atemberaubende
Kulisse. Diese Stärken sind momentan enorm gefragt und recht selten geworden.
Eine Umfrage unter 65 Kurdirektoren in der Schweiz ergab, dass Landschaft, Natur
und Umwelt als mit Abstand größte Stärke des Tourismuslandes Schweiz betrachtet
werden ( UBS 1996 ). Dieses Ergebnis deckt sich mit aktuellen Nachfragetrends
bei den Gästen, wie eine Untersuchung über Ansprechbarkeit deutscher Touristen
auf Natur - und Umweltaspekte deutlich bestätigt. Vier Fünfteln der Deutschen
ist eine intakte Natur und Umwelt am Ferienort für ihre Urlaubszufriedenheit
sehr wichtig. Nahezu drei Viertel fühlen sich von Ferienorten mit verbauter
Landschaft abgeschreckt. Etwa ein Sechstel hat sich im letzten Urlaub über
Umweltprobleme und Umweltschäden geärgert ( von Landsberg 1997 : 37 ). Arosa
zeichnet sich auch durch eine hohe Sauberkeit im Ort und um den Ort herum aus,
welche durch das Aufstellen zahlreicher Papierkörbe und die hohe Sensibilität
der Aroser Gäste in Umweltfragen zu begründen ist.
Ein weiterer großer Vorteil Arosas ist die enorme Palette an skiunabhängigen
Angeboten. Es bietet gerade im Winter eine Menge kultureller Veranstaltungen wie
Museen, Konzerte, Theater oder Kino. auch Discotheken, Bars und Restaurants sind
zahlreich vertreten. Einige spezielle Angebote für Familien und die allgemein
sehr familienfreundliche Ausrichtung des kompletten Ortes eröffnen Arosa eine
weitere wichtige Zielgruppe. Enorm breit angelegt ist auch das Sportangebot
welches im Winter neben Skifahren, Snowboarden, Skilanglauf und einem
hervorragenden Gelände für Skitouren noch Rodelsportanlagen mit Rodeltaxi,
Eissportanlagen, Pferdesportanlagen, Winterwege für Mountainbiker, Winter -
Jogging, Hundeschlittensport, Schneeskulpturenbau, Winterspiele im Freien,
Curling, Sportkletterkurse in der Halle, Ballonfahrten und
Paragleitmöglichkeiten umfasst. Dazu kommen die 40 Km Winterwanderwege, welche
bis auf das 2653 Meter hohe Weishorn, aber auch durch recht einsame Gebiete (
Rot Tritt ) führen und wahrscheinlich hinsichtlich ihrer Attraktivität alpenweit
ihresgleichen suchen. So verwundert es nicht, dass an einem Sonntag in der
Wintersaison 1997/98 über 2500 Spaziergänger/ Winterwanderer gezählt wurden und
ungefähr die Hälfte der Aroser Wintergäste Nichtskifahrer sind. Orte, die nicht
auf Skitourismus als Monokultur setzen werden aufgrund der allgemeinen Marktlage
profitieren, was durch die Tatsache untermauert wird, dass der europäische
Reisemarkt heute zu 95% aus Nichtskifahrern besteht ( Swoboda 1996 : 5 ).
Arosa scheint bestimmte Qualitäten zu besitzen, die es von anderen
Feriendestinationen abhebt und die ungewöhnlich viele, dazu noch sehr
zahlungskräftige, Aufenthaltsgäste anlockt.
Zum Einen liegen diese Qualitäten sicherlich in der natürlichen Ausstattung
begründet. Arosa besitzt eine intakte Bergwelt mit hoher Umweltqualität und
liegt eingebettet in die Landschaft wobei es die natürlichen Gegebenheiten wie
Wald und Ober - und Untersee ins Ortsbild integriert. Auch bietet sich direkt
vom Ort aus der Blick auf zahlreiche Gipfel, von welchen Arosa sanft eingerahmt
wird. Eine gewisse Geborgenheit entsteht so, welche durch die relative
Abgeschiedenheit des Ortes verstärkt wird. Dadurch wird auch eine allzu starke
Vermassung verhindert, was sich positiv auf die Lebensqualität von Einheimischen
und Gästen auswirkt. Außerdem liegt Arosa innerhalb des eigentlichen
Skigebietes, somit kann der Gast normalerweise seine Unterkunft direkt von der
Piste aus und ohne lange Fußmärsche erreichen. Dies führt auch dazu, dass die
Restaurants im Dorf selber viel häufiger besucht werden, da sie für den Gast
schnell und einfach zu erreichen sind. Auch haben so die Skifahrer die
Gelegenheit tagsüber am Dorfgeschehen teilzunehmen.
Die Infrastruktur mit dem Gratisortsbus und dem hochstehenden Tourismusangebot
für Anspruchsvolle Gäste trägt ebenfalls ihren Teil zu hohen Lebensqualität in
Arosa bei. Herausragend ist hier der hohe Standart der Hotels. Das
Nachtfahrverbot ( 24h bis 6h ) ist ebenfalls als Garant für eine
Qualitätssteigerung anzusehen.
Dazu sind die Kuratmosphäre und das soziale Umfeld erhebliche Qualitätsmerkmale.
Arosa ist ein Kurort von Weltruf, sodass Urlaub in Arosa auch für viele als
Statussymbol angesehen wird. Da es vor allem von Feriengästen besucht wird
besitzt es eine gewisse Idylle und die traditionelle Kuratmosphäre. Daher
herrscht in Arosa auch nicht die Anonymität der großen Tagesausflugsgebiete, was
die Gäste erfahrungsgemäß sehr schätzen und sie oft zu Stammgästen werden lässt.
Genau diese atmosphärischen Vorteile würden beim Anschluss an ein
Massenskisportgebiet eingebüsst. Arosa liefe also große Gefahr durch eine
Verbindung mit der Lenzerheide genau seine es auszeichnenden Qualitäten zu
verlieren und somit neben seinem Ruf auch viele Dauergäste und damit seine enorm
hohe touristische Nettowertschöpfung zu verlieren. Das Aroser Skigebiet ist
bereits sehr modern ausgestattet und verfügt über sehr attraktive
Skinebenbetriebe, wobei vor allem die gemütlichen Skihütten im Skigebiet selbst
erwähnt werden müssen.
Bemerkenswert ist die Sozialverträglichkeit der Aroser Gäste. Es treffen sich
dort jüngere und ältere Gäste, wofür die Snowboardszene, welche sich innerhalb
weniger Jahre zu etablieren vermochte ohne das es zu Konflikten mit anderen
Gästegruppen kam, ein ideales Beispiel darstellt. Auch innerhalb der Aroser
Bevölkerung herrscht ein hohes Tourismusbewusstsein, was damit zusammenhängt,
dass der größte Teil der Aroseraner beruflich mit dem Tourismus zu tun hat. Auf
der anderen Seite zeigen die Gäste überdurchschnittlichen Respekt und Interesse
gegenüber den Einheimischen. Diese Effekte werden vor allem von vielen
Dauergästen ausgelöst. Nicht selten entwickeln sich gar Freundschaften zwischen
den Einheimischen und ihren Dauergästen. Zudem ist der sehr freundliche und
aufgeschlossene Umgang der Gäste untereinander, gerade der verschiedenen
Altersstufen ist sehr positiv herauszustellen. Auch für Alleinreisende ist es
sehr einfach in Arosa mit anderen Gästen oder Einheimischen ins Gespräch zu
kommen.
Ein weiterer Pluspunkt für Arosa ist bereits heute seine dank der Höhenlage von
1800 Metern ü.n.N. hervorragende Schneesicherheit. Dieser Vorteil könnte sich
aufgrund der Klimaerwärmung noch als sehr wertvoll erweisen, da allen Orten
unter 1500/1700 Metern ü.n.N. in den nächsten Jahrzehnten große Probleme durch
fehlende Schneeauflage prophezeit werden, die Arosa als einer von wenigen Orten
nicht bekommen wird. Somit würde Arosa auch ohne den Bau neuer Anlagen wohl
einige neue Skifahrer anlocken, welche vorher ihre Urlaube in anderen, niedriger
gelegenen Orten verbracht haben.
Zusätzlich besitzt Arosa seit 1996 ein vorbildliches, partizipativ erstelltes
Gemeinde - Entwicklungsleitbild. Auch davor wurde von den Verantwortlichen sehr
sorgfältig auf eine ausgewogene Tourismus - und Ortsstruktur geachtet.Der
Ortskern wurde in recht engen Grenzen gehalten und sämtliche Seitentäler wurden
von Ausweitungen verschont.Ein Baustop für eine weitere Ortserweiterung zeugt,
dass Arosa hier auf dem richtigen Weg ist.
Der Faktor Abgeschiedenheit hat in der heutigen, verkehrsmäßig hocherschlossenen
Schweiz enorm an Bedeutung gewonnen und sollte bewahrt werden um etwas fast
Einmaliges zu erhalten. Der fehlende Durchgangsverkehr stellt nämlich ebenfalls
ein wichtiges Qualitätskriterium Arosas dar. Das zusätzlich das Skigebiet direkt
im Ort liegt und im 10 Minutentakt vom Gratisortsbus bedient wird dient
ebenfalls der Verkehrsvermeidung, und die kurzen Distanzen bilden eine optimale
Vorraussetzung für diese umweltfreundliche Form touristischer Mobilität.
Wanderungen können im Sommer ebenfalls direkt vom Ort aus angegangen werden.
Viele Seen, Wasserfälle und andere interessante Wanderziele können vom Ortskern
aus in wenigen Stunden oder teilweise noch schneller erreicht werden und eignen
sich somit auch ideal als Ausflugsziel für Familien. Auch ältere Menschen finden
in Arosa viele leichte Wanderwege mit vielen Rastmöglichkeiten ( Bänke ) in
direkter Nähe des Ortes, welche aber trotzdem ein atemberaubendes Panorama
bieten. Die umliegenden Gipfel sind aufgrund der Höhenlage allesamt vom Ort aus
als Tagestour mit Höhenunterschieden von 1000 bis 1300 Höhenmetern zu erreichen.
Sie bieten zwar keine bekannten alpinen Sensationen, aber beschauliche, meist
leicht erreichbare Ziele in zumeist recht unberührter Natur, mit grosser
geologischer Vielfalt, in malerischer Landschaft und mit beachtlichen Aus - und
Tiefblicken. Viele Touren auf die umliegenden Berge werden auch als geführte
Bergtour vom Aroser Tourismus angeboten und zwar für nur 20 Franken, also im
Vergleich zu geführten Touren in anderen Gebieten fast geschenkt. Bei all diesen
Wanderungen muss man sich keine Gedanken um Bahnverbindungen machen, braucht
also auch keine festen Zeiten einzuhalten und kann das Auto für den Zeitraum des
Urlaubs unbenutzt lassen. Ihresgleichen sucht auch die Artenvielfalt an Pflanzen
und Tieren. Vor allem Steinböcke und Gemsen lassen sich häufig beobachten, wenn
man sich ein wenig abseits der vielbegangenen Bergwege bewegt. Vom Aroser
Tourismus werden zusätzlich Wildbeobachtungen angeboten, wo Gäste unter kundiger
Führung die Möglichkeit haben Wildtiere aus nächster Nähe zu beobachten. Eine
besondere Attraktion vor allem für Kinder stellt der so genannte “ Eichhörnliweg
“ dar, wo sich die Eichhörnchen sogar von den Touristen aus der Hand füttern
lassen. Als nahe gelegenes Ausflugsziel bietet sich die Kantonshauptstadt Chur
mit ihrer historischen Altstadt und zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten an. Sie
ist mit Arosa über eine Schmalspurbahn verbunden, welche eine Stunde für die mit
einigen Attraktionen wie dem Langwieser Viadukt oder den wilden Tobeln des
Schanfigg versehene Strecke durch eben dieses Schanfigg benötigt.
Arosa besitzt ein vorbildliches Konzept um das richtige Maß für den Tourismus zu
halten, also vom Tourismus zu profitieren ohne die Landschaft zu drastisch zu
beeinträchtigen. Nur die westliche Talseite ist mit Bergbahnen und Liften
durchzogen, während weite Teile, nämlich die komplette Strelagruppe als
nordöstliche Begrenzung und auch Lenzerhorn - Erzhorn - Kette im Südwesten noch
nahezu unerschlossen sind und interessante und eindrucksvolle Bergtouren in
ursprünglicher Landschaft bieten. |
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